Communiqué

19/03/2013

Die FGIL tritt nach wie vor ein für einen überkonfessionellen Werteunterricht als Pflichtfach


Am 6. März hatte Minister Biltgen zu einem öffentlichen Seminar zwischen dem von der Regierung ernannten Expertengremium, Vertretern der verschiedenen Religionsgemeinschaften und Vertretern der Zivilgesellschaft eingeladen.

Ein Meinungsaustausch fand statt über eine Verankerung der Religionsfreiheit in der Verfassung, über die Konventionierung und Finanzierung der verschiedenen Glaubensgemeinschaften und über die Frage des Beibehaltens des Religionsunterrichts oder der Einführung eines allgemeinen Werteunterrichts als Pflichtfach.

Der Vorstand der FGIL war vertreten durch Monique Adam, Patrick Arendt und André Glodt.

Zu letzterem Punkt bekräftigte die FGIL ihre Forderung, dass ein allgemeiner überkonfessioneller Werteunterricht als Pflichtfach in der Grundschule eingeführt werden muss. Die FGIL will nicht mehr die öffentliche Schule in welcher wie bisher eine einzige Glaubensrichtung eine Monopolstellung in Sachen religiöser Erziehung für sich beansprucht, noch eine solche, in welcher Lehrbeauftragte der verschiedensten Konfessionen sich die Schüler aufteilen und in getrennten Kursen mit unterschiedlichen Programmen unterrichten. Dadurch würde die soziale und kulturelle Kohäsionsfunktion der Schule stark gefährdet. Auch würden Staat und Gemeinden vor gravierende, organisatorische und finanzielle Probleme gestellt.

Die Haltung der FGIL fand ebenfalls Unterstützung seitens der Vertreter der Professoren des Ethikunterrichts der Sekundarschulen. Auch sie vertraten die Meinung, dass es Pflicht der öffentlichen Schule sein muss, die Frage der ethischen Erziehung der Schüler im Sinne einer modernen demokratischen und pluralistischen Gesellschaft zu regeln.

Auch die Vereinigung der Humanisten und Agnostiker (AHA) plädierte für einen auf den Prinzipien der Allgemeinen Menschenrechtserklärung fußenden Unterricht, der die Schüler und künftigen Bürger zusammenführen würde, anstatt sie zu trennen.

Natürlich stießen diese Haltungen auf erbitterten Widerstand des Vertreters der katholischen Kirche. Ihr Wortführer Erni Gillen pochte auf die Bedeutung der christlichen Traditionen und plädierte vehement für eine Beibehaltung des Religionsunterrichts in unseren Schulprogrammen.

Der Meinungsaustausch vom 6. März zeigt, dass der Einfluss und der Druck, den die katholische Kirche auf den Schulunterricht ausüben will, unvermindert weitergehen. Deshalb wird es für uns wichtig sein, alle Fragen im Zusammenhang mit den zukünftigen Relationen zwischen Staat und Kirche(n) aufmerksam zu verfolgen.

Auffallend war auch die große Übereinstimmung der verschiedenen konventionierten Kirchen und anderer religiöser Gruppierungen was ihre finanziellen Forderungen an den Staat betrifft.

Der Vorstand der FGIL




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Der Staat und die Kirchen - Kein Konsens in Sicht(229.9 KB)
Tageblatt 7. März 20132: Claude Molinaro